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Rückblick: KIgA auf der Leipziger Buchmesse 2025

KIgA nutzte auf der Leipziger Buchmesse 2025 die Gelegenheit, um mit renommierten Expert:innen und tollen Besucher:innen über Erinnerungskultur, Antisemitismus, antimuslimischer Rassismus und die Rolle der Mehrheitsgesellschaft zu diskutieren. Eine eindrucksvolle Zeit mit wichtigen Impulsen für unsere Zukunft.

Die Leipziger Buchmesse 2025 war ein lebendiger Treffpunkt für tiefgehende Diskussionen über Gesellschaft, Politik und die Herausforderungen unserer Zeit. Besonders prägend war unser Panel am Freitag mit dem Titel „Migrationsgesellschaft und Erinnerungskultur“. In dieser Runde diskutierten der Historiker Wolfgang Benz und KIgA-Vorstandsvorsitz Derviş Hızarcı, moderiert von Shelly Kupferberg, über die Notwendigkeit einer inklusiven Erinnerungskultur in einer vielfältigen Gesellschaft.

 

Ein prägendes Zitat kam während des Panels von Derviş Hızarcı, der immer wieder die dringende Notwendigkeit der Solidarität anspricht: „Wir kämpfen vor allem gegen Antisemitismus, und wir hören immer wieder: ‚Ich bin kein Jude, und das Thema betrifft mich nicht.‘ Doch wir befinden uns in einer sehr schwierigen Phase, und ich kann mir kaum vorstellen, dass es für Jüd:innen und andere Minderheiten in naher Zukunft sicherer wird.“

Hızarcı fuhr fort: „Die Herkunftsdeutschen müssen sich fragen, was ihre Rolle ist: Wollen sie weggucken, wollen sie böse mitmachen oder wollen sie aufstehen und sich solidarisch zeigen?“ Obwohl er sich die dritte Option wünscht, zeigte sich bei vielen, dass das Wahlverhalten und das allgemeine gesellschaftliche Engagement noch hinter dem Ideal zurückbleiben.

„Wir bei der Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus haben ein Problem mit Antisemitismus und nicht mit Muslimen, und das ist für viele schon ein Problem genug“, erklärte er nachdrücklich

Wolfgang Benz betonte dabei, dass es unerlässlich sei, dass alle Menschen, die nach Deutschland kommen, sich mit den Werten und der Geschichte des Landes auseinandersetzen. Gleichzeitig unterstrich er jedoch, dass es auch die Pflicht der Mehrheitsgesellschaft sei, sich für die Herkunft der Zugewanderten zu interessieren:

„Wo kommen diese Leute her? Was schätzen sie an ihrer Kultur? (…) Das ist doch nicht zu viel verlangt in einer Familie. Die Gesellschaft ist Familie und da muss man doch über die Mitglieder Bescheid wissen“, erklärte Benz.

An unserem Stand setzte sich das große Interesse fort: Viele Besucher:innen suchten das Gespräch mit uns, bedankten sich für unsere Arbeit und teilten ihre Herausforderungen. Besonders häufig wurde der Wunsch nach Orientierung im Umgang mit komplexen politischen Themen geäußert – vor allem in Bezug auf den Nahost-Konflikt, bei dem noch viele Unsicherheiten herrschen.

Neben den intensiven Gesprächen fanden auch unsere interaktiven Angebote großen Anklang: Die VR-Brille, die die digitale „Toleranzräume“-Ausstellung darstellte, weckte insbesondere das Interesse von Schüler:innen und Kindern. Unsere Lernspiele, die spielerisch gesellschaftliche Herausforderungen thematisieren, luden zum Entdecken ein und regten vor allem Lehrer:innen zu Ideen für die Gestaltung des Unterrichts an.

Unsere Veranstaltungen waren echte Publikumsmagnete:

  • Lesung von Derviş Hızarcı aus seinem Buch Zwischen Hass und Haltung – Was wir als Migrationsgesellschaft lernen müssen führte zu intensiven Gesprächen über den Einsatz gegen Diskriminierung.
  • Panel moderiert von Shelly Kupferberg mit Derviş Hızarcı und Wolfgang Benz über die Erinnerungskultur und die Migrationsgesellschaft
  • Interviews am Rande der Messe: das Interesse an unserer Arbeit bestand auch während der Messe und wir beantworteten Fragen und Antworten zum Thema Antisemitismus.

Dass unsere Arbeit Wirkung zeigt, wurde in den Rückmeldungen der Besucher:innen deutlich. Ein motivierender Satz, der sich öfter wiederholte, lautete:

“Danke für Eure wichtige Arbeit.”

Wir danken allen Besucher:innen, Mitwirkenden und Partner:innen für den inspirierenden Austausch und die bereichernden Gespräche. Mit vielen neuen Impulsen blicken wir schon voller Vorfreude auf die nächste Zusammenkunft.

Eindrücke Leipziger Buchmesse 2025