Ein prägendes Zitat kam während des Panels von Derviş Hızarcı, der immer wieder die dringende Notwendigkeit der Solidarität anspricht: „Wir kämpfen vor allem gegen Antisemitismus, und wir hören immer wieder: ‚Ich bin kein Jude, und das Thema betrifft mich nicht.‘ Doch wir befinden uns in einer sehr schwierigen Phase, und ich kann mir kaum vorstellen, dass es für Jüd:innen und andere Minderheiten in naher Zukunft sicherer wird.“
Hızarcı fuhr fort: „Die Herkunftsdeutschen müssen sich fragen, was ihre Rolle ist: Wollen sie weggucken, wollen sie böse mitmachen oder wollen sie aufstehen und sich solidarisch zeigen?“ Obwohl er sich die dritte Option wünscht, zeigte sich bei vielen, dass das Wahlverhalten und das allgemeine gesellschaftliche Engagement noch hinter dem Ideal zurückbleiben.
„Wir bei der Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus haben ein Problem mit Antisemitismus und nicht mit Muslimen, und das ist für viele schon ein Problem genug“, erklärte er nachdrücklich
Wolfgang Benz betonte dabei, dass es unerlässlich sei, dass alle Menschen, die nach Deutschland kommen, sich mit den Werten und der Geschichte des Landes auseinandersetzen. Gleichzeitig unterstrich er jedoch, dass es auch die Pflicht der Mehrheitsgesellschaft sei, sich für die Herkunft der Zugewanderten zu interessieren:
„Wo kommen diese Leute her? Was schätzen sie an ihrer Kultur? (…) Das ist doch nicht zu viel verlangt in einer Familie. Die Gesellschaft ist Familie und da muss man doch über die Mitglieder Bescheid wissen“, erklärte Benz.